IPU

Interventionsstudie Kinder

Worum geht es in der Interventionsstudie Kinder?

Für Kinder mit Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, Beruhigen und der Nahrungsaufnahme und ihre Eltern gibt es in Deutschland verschiedenste Behandlungsansätze (Interventionen). Diese sind auf unterschiedliche Weise wirksam, hilfreich und entlastend. In der „Interventionsstudie Kinder“ untersuchen wir insbesondere die Wirksamkeit einer spezialisierten Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) im Vergleich zu anderen Behandlungsangeboten. Wir möchten herausfinden, welche Interventionen bei frühkindlichen Regulationsproblemen am wirkungsvollsten sind.
Dafür untersuchen wir 180 Mutter-Kind-Paare, die in den ersten drei Lebensjahren eine Behandlung brauchen und wollen.

Wir interessieren uns besonders dafür, ob Interventionen in den ersten Lebensjahren am wirkungsvollsten sind, wenn sie a) im stationären Rahmen einer Klinik oder Tagesklinik oder b) im Rahmen von Hausbesuchen im häuslichen Umfeld der Familie durchgeführt werden und c) mindestens zwei spezifische Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie-Sitzungen (ESKP) pro Woche umfassen.

Ziel der „Interventionsstudie Kinder“ ist es, die Versorgungslage von Kindern mit frühkindlichen Belastungen in Deutschland zu verbessern und für möglichst alle Familien die wirkungsvollste Behandlungsform bereitzustellen.

Wer kann an der Interventionsstudie Kinder teilnehmen?

An der Interventionsstudie Kinder können Mutter-Kind-Paare teilnehmen, wenn beim Kind im Alter von 0-36 Monaten Regulationsstörungen oder affektive Störungen (z.B. frühkindliche Depression) vorliegen. Es muss Behandlungsbedürftigkeit beim Kind (Diagnose durch den aufnehmenden Arzt/Psychotherapeuten) und Behandlungsbereitschaft der Eltern bestehen. Beim Aufnahmegespräch wird für jedes Mutter-Kind-Paar je nach Schweregrad der Belastung individuell geklärt, welche Form der Behandlung geeignet ist (stationäre Aufnahme in der Klinik sowie Tagesklinik oder nicht-stationäre Behandlung im häuslichen Umfeld). Jede Mutter kann in Ruhe entscheiden, ob sie und ihr Kind an der SKKIPPI Studie teilnehmen möchten. Sollte dies nicht der Fall sein, erhält sie Hinweise auf bestehende Behandlungsangebote.

Wie kann ich mir Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) vorstellen?

Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) ist ein Behandlungsansatz, in dem Kinder und ihre Eltern gemeinsam behandelt und beim Aufbau der Bindungsbeziehung und in der Kommunikation unterstützt werden. Die Therapie hilft, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und zu beachten und dabei eigene Gefühle besser zu verstehen. In zahlreichen gemeinsam erlebten Alltagsituationen, z.B. beim Spielen, Wickeln oder bei der Nahrungsaufnahme und in begleitenden Gesprächen finden Eltern mit therapeutischer Hilfe heraus, sie ihr Kind bestmöglich verstehen, geeignete Regulationshilfen geben und feinfühlig auf das Kind eingehen können. Die Therapeutin hilft, belastende Gefühle und Gedanken sowie Konfliktspannung, die in der Beziehung zum Kind auftreten, zu lösen. Ziel ist die Besserung bestehender Symptome, eine nachhaltig gute Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehung sowie die Förderung positiver Entwicklungsbedingungen für das Kind.

Wie wird die Interventionsstudie Kinder durchgeführt?

Die wissenschaftliche Befragung findet in den klinischen Studienzentren am jeweiligen Projektstandort oder in der Hochschulambulanz der IPU statt. Sie dauert insgesamt etwa 3-4 Stunden. Die Termine der wissenschaftlichen Befragung werden so geplant, dass sie zum Alltagsrhythmus des Kindes passen und möglichst wenig Belastung bedeuten.

Welchen Nutzen haben die Eltern von einer Teilnahme an der Befragung?

Studienteilnehmerinnen erhalten ein für sich und das betroffene Kind entlastendes und unterstützendes Behandlungsangebot nach sorgfältiger Abklärung der Behandlungsbedürftigkeit. Teilnehmende Mutter-Kind-Paare leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation. Nach jedem der drei wissenschaftlichen Befragungstermine wird eine angemessene Aufwandsentschädigung ausgezahlt.

Wie sieht der Ablauf der Interventionsstudie Kinder aus?

Die Befragung umfasst einen Fragebogen, der über ein Tablet oder online ausgefüllt wird. Außerdem führen wir ein diagnostisches Interview und ein Bindungsinterview mit den Studienteilnehmerinnen durch.

Darüber hinaus machen wir Mutter-Kind-Videoaufnahmen, um die Kommunikation zu beobachten. Abschließend gehören noch ein Entwicklungs- und ein Bindungstest mit dem Kind dazu, der je nach Alter des Kindes im Videolabor oder im Hausbesuch durchgeführt wird.

Die wissenschaftliche Befragung erfolgt zu drei Untersuchungszeitpunkten

1 Befragung zu Beginn der Behandlung: Fragebogen, Interviews, Mutter-Kind-Video
2 Befragung nach 6 Wochen Behandlung: Fragebogen, Mutter-Kind-Video, Entwicklungstest Kind
3 Befragung ein Jahr nach der Behandlung: Fragebogen, Interview, Entwicklungstest Kind, Bindungstest

Kostet die Teilnahme etwas?

Nein.

Muss man an dieser Studie teilnehmen?

Nein, die Studienteilnahme ist freiwillig und kann auch jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Dadurch entstehen Mutter und Kind keinerlei Nachteile.

Wie werden Datenschutz und die Sicherung der Privatsphäre gewährleistet?

Wir beachten die strengen Regeln des geltenden Datenschutzes. Alle Daten werden anonymisiert gespeichert und nur zum Zweck der wissenschaftlichen Auswertung genutzt, um den Behandlungserfolg zu bewerten.

Für welche Zwecke und durch wen werden die Daten genutzt?

Alle erhobenen Daten unterliegen der Schweigepflicht, werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Digitale Speicherung, Auswertung und Publikation der Daten erfolgt anonymisiert in verschlüsselter Form.

Wer ist für die Interventionsstudie Kinder verantwortlich?

Verantwortliche Studienleiter sind Frau Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner und Herr Prof. Dr. Lars Kuchinke von der International Psychoanalytic University Berlin.

Wofür steht eigentlich die Abkürzung SKKIPPI?

SKKIPPI steht für „Evaluation der Säugling-Kleinkind-Psychotherapie durch Prävalenz- und Interventionsstudien“.